Bristol (England) führt Regionalwährung in großem Stil ein

Die Stadt Bristol in England hat seit September eine eigene Währung eingeführt, das „Bristol-Pfund“, mit der, ganz im Sinne von klassischen Regionalwährungen, nur in der unmittelbaren Region bezahlt werden kann. Die Größe dieses Vorhabens hat auch in Deutschland für einiges Presseecho gesorgt. Es ist darüberhinaus zu hören, daß sogar geplant ist, selbst den Bürgermeister nur noch in dieser Bristol-Regionalwährung zu bezahlen. Es wird spannend sein zu beobachten, ob diese Aktion einen ähnlichen Erfolg erzielen kann, wie das historische Vorbild der Stadt Wörgl (Österreich) aus den 1930er Jahren.

Zu viele Riester-Sparer verschenken die Zulagen

Einige Publikationen, u.a. die Süddeutsche Zeitung, berichten heute von dem Ergebnis einer Anfrage der Fraktion der Linken an die Bundesregierung: Für das Jahr 2009 z.B. haben etwa drei Millionen (!) Riester-Sparer nicht einmal die Förderung überhaupt beantragt. Und bei den Verträgen, wo eine Förderung fließt, erhält  fast jeder fünfte Riester-Sparer (knapp 1,7 Millionen) nicht einmal die Hälfte seines möglichen Zuschusses. Mögliche Gründe für diese erschreckend hohen Zahlen an verschenktem Geld sind einerseits die immer noch zu hohe Komplexität und Bürokratie der Förderungsbeantragung und -gewährung, andererseits sicherlich auch die mangelnde Betreuung der Riester-Verträge durch Banken, Versicherungsvertreter und freie Vermittler. Die Provision, die diese alle bekommen, sollte ja eigentlich auch dafür verwendet werden, einen ordentlichen Service zu bieten.

Überschußbeteiligungen der Lebensversicherer sinken auf breiter Front

Auch die Allianz wird ihre Überschußbeteiligungen für Lebens- und Rentenversicherungen deutlich senken, wie heute bekannt wurde: die laufende Verzinsung geht dabei von 4,0 auf 3,6% zurück. Zuvor hatte auch mit der Ergo schon ein anderer großer Versicherungskonzern die Verzinsung deutlich um sogar 0,6 Prozentpunkte auf 3,2% reduziert. Im Grunde genommen gibt das zunächst „nur“ die Entwicklung am Markt für risikoarme Anleihen wieder, in die Lebensversicherer ja hauptsächlich anlegen. Dort ist die Rendite schon seit längerer Zeit stark zurückgegangen. Gleichzeitig gibt es aber auch wieder neue Diskussionen, ob die vor kurzem von der Bundesregierung beschlossene Änderung bei der Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven in dieser Form Bestand haben soll, da auch diese Änderung nochmal eine Verringerung der gesamten Guthabenverzinsung bedeutet.

AWD wird umbenannt zu Swiss Life Select

Wenn ein Unternehmen einen bekannten und gut eingeführten Namen am Markt hat, dann tut man doch alles, um diesen Markennamen zu erhalten? Was heißt das dann, wenn man eine eingeführte Marke komplett umbenennt? Der Finanzvertrieb AWD soll in Zukunft „Swiss Life Select“ heißen, abgesehen von dem etwas sperrigen neuen Namen (oder wird der dann „SLS“ abgekürzt?)  ein bemerkenswerter Vorgang. Immerhin, man versteckt die Eigentumsverhältnisse nicht mehr. Fast gleichzeitig beendet übrigens die Generali die Zusammenarbeit mit dem Strukturvertrieb.

Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer gehen weiter zurück

Wie das Versicherungsjournal in einem Artikel vom 27.11.2012 mitteilt, werden die Überschußbeteiligungen der Lebensversicherer weiter sinken, in Einzelfällen sogar aktuell deutlich (wie z.B. bei der Alten Leipziger im um 0,5 Prozentpunkte). Das ist bei der aktuellen Niedrigzinslage auch nicht wirklich verwunderlich und bildet damit eigentlich auch nur die Marktsituation für risikoarme festverzinsliche Anlagen ab. Und da ein Ende dieses Niedrigzinsumfeldes im Moment nicht absehbar ist, werden die Erträge der Lebensversicherungen wohl auch in den nächsten Jahren eher eine weitere Tendenz nach unten haben. Zu beachten ist dabei sicherlich die Entwicklung der Inflationsrate und damit, wieviel Realzins (nach Kaufkraftverlust) tatsächlich noch in einem Versicherungsvertrag verbleibt.

Strenge Neuregulierung für geschlossene Fonds nun abgeschwächt

Die Bundesregierung hatte geplant, die Richtlinien für die Auflage von geschlossenen Fonds deutlich zu verschärfen. Dies betrifft auch sämtliche Beteiligungen in erneuerbaren Energien oder Holz-/Waldprojekten. Die ursprünglich sehr strengen Regelungen (50.000 EUR Mindestanlagesumme und 30% maximale Fremdkapitalquote) sind nun in den geänderten Plänen deutlich abgemildert worden. Nun ist von einer Mindestsumme von 20.000 EUR die Rede und maximal 60% Fremdfinanzierung. Ein ausführlicher Artikel dazu ist vor kurzem bei ECOreporter.de erschienen. Grundsätzlich ist es sicherlich wünschenswert, daß der Markt der geschlossenen Fonds durch strengere Vorgaben von z.T. sehr risikoträchtigen Produkten bereinigt wird. Nicht zuletzt gibt es auf diesem Markt neben einigen guten auch (zu) viele Negativbeispiele, die von vorneherein nicht wirklich anlegergerecht konzipiert waren. Eine sinnvolle Maßnahme, von der ich aber noch nichts gehört habe, wäre eine Beschränkung des maximalen Provisions- und Weichkostenanteils. Hier gab und gibt es leider immer noch ziemliche Auswüchse, die dem Kunden sicherlich am allerwenigsten nutzen.

Kurzfristige vorzeitige Kündigung in 2013 ablaufender Lebensversicherungen kann sinnvoll sein!

Wie u.a. die Financial Times Deutschland am 11.Nov. und am 20.Nov. berichtet, kann es für Versicherte von Lebens-/Rentenversicherungen, deren Vertrag im Jahr 2013 abläuft, sinnvoll sein, diesen vorzeitig zu kündigen.
Hintergrund ist eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), die erst Anfang November vom Bundestag beschlossen wurde.

Diese Änderung beschränkt, kurz gesagt, die Beteiligung der Kunden an den stillen Reserven. Und nur bei einer vorzeitigen Kündigung würde man noch unter die bisherige (günstigere) Regelung fallen. Dieser Umstand kann jedoch keine pauschale Aussage sein, daß eine vorzeitige Kündigung in jedem Fall günstiger ist. Um das festzustellen, müsste immer eine konkrete Anfrage beim Versicherer gemacht werden über den aktuellen Rückkaufswert und die voraussichtliche Ablaufleistung. Erst mit diesen Daten kann man entscheiden, welche Handlungsweise vernünftig ist.

Allerdings hat man nur noch wenige Tage Zeit dazu: Kündigungen zu den Bedingungen der alten Bewertungsreserven sind nur noch bis zum 30.November 2012 möglich!

Garantiezinsmodell der Lebensversicherer in der Diskussion

Die Anzeichen mehren sich, daß das Modell Kapitallebensversicherung bzw. Rentenversicherung vor einem Umbruch steht. Wenn die derzeitige Niedrigzinsphase anhält (wofür manches spricht), wird es auf Dauer nicht mehr möglich sein, auch die in der Vergangenheit zugesagten Garantiezinsen von bis zu 4% zu halten. Aktuell liegt der Garantiesatz (auf den Sparanteil!) bei 1,75%. Das Versicherungsaufsichtsgesetz läßt durchaus Auswege aus diesen Garantieversprechen zu auf Anordnung der Aufsichtsbehörde. Es bleibt aber zu hoffen, daß es die Branche schafft, auf zukunftsfähigere Modelle zu setzen (z.B. in die Richtung Sachwertanlage mit Inflationsausgleich). Ein sehr interessanter Artikel dazu ist heute in der Financial Times Deutschland erschienen.

In Italien sollen wohl ab 2013 Bargeldzahlungen über 50 Euro verboten werden

Verschiedene Online-Medien melden, u.a. Südtirol News, daß in Italien ab Juli 2013 ein Verbot von Bargeldzahlungen über 50 Euro gelten soll. Bereits seit Juli diesen Jahres gilt ein Verbot von Zahlungen über 1.000 Euro, schreiben die Medien.

Dies wird mit Maßnahmen gegen „Geldwäsche“ und „Schwarzgeldzahlungen“ begründet. Das mag man nachvollziehen oder nicht, Tatsache ist, daß, zumindest in Deutschland, nur Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel ist, Buch- oder Giralgeld, wie Geld auf Bankkonten genannt wird, hingegen nicht. Und jedenfalls ist Buchgeld grundsätzlich von Banken- wie staatlicher Seite wesentlich einfacher zu kontrollieren.

„Kostenlose Vermögensberatung“….

Gerade ist ein schöner Artikel auf Spiegel Online erschienen zu dem an sich nicht so neuen Thema der „kostenlosen Vermögensberatung“ in einer Bank, trotzdem immer wieder wichtig und lesenswert.