Deutsche Banken und Versicherungen finanzieren Atomwaffen

An der Finanzierung von Atomwaffen (Sprengköpfe, Trägersysteme) sind insgesamt acht deutsche Banken beteiligt in einer Größenordnung von über 7 Millarden Euro! Das meldet heute die Berliner Zeitung unter Berufung auf die Untersuchung „Don’t bank on the bomb“ der Friedensgruppe IKV Pax Christi. Auch hier steht an Nummer eins die Deutsche Bank, aber auch Commerzbank und Allianz tauchen hier mit wesentlichen Summen auf.

Es sei an dieser Stelle schon erlaubt darauf hinzuweisen, daß sowohl bei Banken als auch Versicherungen es gute Alternativen gibt an Instituten, die nach ethisch-ökologischen Kriterien Geschäfte betreiben und eben keine Rüstungsgüter und schon gar keine Atomwaffen finanzieren. Auch hier kann der Verbraucher also durchaus wählen!

Ökonom und ZEW-Präsident spricht von unumgänglichen Schuldenschnitt in Europa

Der Ökonom Clemens Fuest und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) spricht in einem Interview mit Spiegel Online davon, daß man in Europa um einen Schuldenschnitt „bei einigen Banken, als auch bei einigen Staaten“ nicht herumkommen werde, will man zu einer dauerhaften wirtschaftlichen Erholung kommen. Er ist sicher nicht der erste, der eine solche Meinung äußert, aber bemerkenswert scheint schon, daß diese Schlußfolgerung mehr und mehr auch offen und von renommierten Persönlichkeiten diskutiert wird.

Von der Wissenschaftlichkeit der Berechnungen namhafter Ökonomen….

Vor kurzem wurde bekannt, daß die einflußreiche Untersuchung über die Auswirkung von Staatsverschuldungsquoten der US-Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff falsch ist, weil sie einerseits auf simplen Rechenfehlern, andererseits auf der willkürlichen Auslassung bestimmter Datenreihen basiert. Diese (falsche) Untersuchung nahmen und nehmen immer noch viele Politiker (v.a. hierzulande) als Rechtfertigung, in den betroffenen Ländern eine rigorose Sparpolitik zu fordern. Doch die angebliche festgestellte Grenze von 90% einer Staatsverschuldung, bei deren Überschreiten das Bruttoinlandsprodukt nur noch schrumpfen könne, ist weder historisch haltbar (siehe beispielsweise Neuseeland) noch eben überhaupt korrekt berechnet. Einige interessante Presseberichte zu diesem Thema gibt es z.B. in der Frankfurter Rundschau und, sehr ausführlich, im Handelsblatt. Man mag sich schon fragen, wie belastbar dann viele andere scheinbar unumstößliche „Wahrheiten“ sind, die von so manchen Wirtschaftsprofessoren verkündet werden. Auf jeden Fall hätte man mit solchen Arbeitsweisen bei den Naturwissenschaften wohl einen schweren Stand, sich langfristig als seriöse Kapazität zu behaupten.

Auch in Frankreich drastische Einschränkung des Bargeldverkehrs geplant

Die französische Regierung plant eine Verordnung ab nächstem Jahr, die Bargeldgeschäfte für alle Einwohner Frankreichs nur noch bis maximal 1.000,- EUR gestattet. Alle Zahlungen über diesem Betrag müssten dann bargeldlos abgewickelt werden. Auch Italien hat ja bereits eine deutlich weitergehende Maßnahme beschlossen. Begründet werden diese wesentlichen Einschränkungen – wie immer – mit angeblich besserer Bekämpfung von Verbrechen die mit Geldwäsche einhergehen und Kampf gegen Steuerhinterziehung. Man kann diese Tendenz, möglichst den gesamten Zahlungsverkehr auf Buchgeld zu verlagen, aber auch für bedenklich halten. Denn alle Arten von Kontotransationen lassen sich grundsätzlich u.a. wesentlich leichter überwachen und auswerten. Und schließlich ist im EURO-Währungsraum genaugenommen nur Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel, wie auch auf der Homepage der Bundesbank zu lesen ist.

Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene beschlossen

Ein historisches Ereignis – schreibt die Süddeutsche Zeitung in einem Kommentar zum Beschluß der EU-Finanzminister, eine Finanztransaktionssteuer einzuführen. Auch wenn momentan die konkrete Ausgestaltung noch nicht klar ist und viele EU-Staaten nicht mitmachen und man sicherlich im Verlauf der Konkretisierung noch einige Kritik an vielen Details äußern können wird, so ist der Beschluß an sich doch tatsächlich ein großer Schritt. Zukünftig wird also nicht nur auf alle Konsumgüter eine Umsatzzsteuer erhoben, sondern eben auch auf Finanzprodukte. Ein Erfolg der Personen, die jahrzehntelang eine solche Steuer gefordert haben.

Frühere Mafia- und Terroristenjägerin übernimmt Börsenaufsicht

Es meldet z.B. Spiegel Online, daß US-Präsident Obama die frühere Staatsanwältin Mary Jo White, die bisher vor allem gegen Mafiosi und Terroristen ermittelt hat, für die Leitung der US-Börsenaufsicht SEC nominiert hat. Dazu jetzt aber kein Kommentar mehr…

Werden US-Finanzinvestoren nachhaltig?

„US-Finanzinvestor steigt bei Waffenhersteller aus“ meldet heute Spiegel Online als Reaktion auf den kürzlichen tragischen Amoklauf in Newtown/USA. Doch wer gedacht hatte, daß es der Investor Cerberus, um den es hier geht, auf einmal sich nachhaltigen Anlagekriterien zuwendet, der hat sich leider getäuscht: Man befürchtet wohl schlicht und ergreifend eine fallende Rendite bei Waffenherstellern aufgrund einer möglichen Verschärfung des Waffenrechts. Nunja. Zumindest kann sich jeder Privatanleger entscheiden, doch gleich besser nachhaltig zu investieren, damit man sein Geld gleich gar nicht erst in Waffen- (oder Rüstungs-) hersteller investiert.

R.I.P. FTD

Nach langer, verlustreicher Krankheit verstarb heute – trotzdem unerwartet – die Financial Times Deutschland im viel zu jungen Alter von nur 12 Jahren. Sie wird eine große Lücke hinterlassen. Es trauern die Hinterbliebenen und der große Freundeskreis in Form von Abonnenten, aktiven Lesern und Kollegen, die den Hut ziehen. Auch dem Schreiber dieser Zeilen wird in Zukunft ein solches durchaus eigenwilliges und kritisches tägliches Wirtschaftspresseorgan fehlen. Nachfolger oder echte Alternativen gibt es leider keine. Nur die Hoffnung bleibt, daß sich das eines Tages doch noch mal wieder ändern wird.

Zum Tod von Larry Hagman….

…schreibe ich hier keinen Nachruf, den kann man ohne weiteres in vielen Varianten in der Tagespresse nachlesen, sondern verweise auf ein bemerkenswertes Interview des Schauspielers aus dem Jahr 2011 mit Franz Alt. Darin spricht er über sein überzeugtes Engagement für Solarstrom (und zur Unvernunft der Nutzung fossiler Energieträger).

Einen herzlichen Dank übrigens an Utopia für diese Veröffentlichung!

Läßt sich durch Sparpolitik ein Staatshaushalt wirklich sanieren?

Ein lesenswerter Artikel dazu heute im „Freitag“ über die Absurditäten der drastischen Sparpolitik in Griechenland und anderen Ländern. Hier der Artikel in der Zeitung „Der Freitag“.